[14.03.03]
Am 1. Juni 2002 wurden 27 Bauern aus der Gemeinde Santiago Xochiltepec in Oaxaca ermordet. Das Massaker ist bekannt als das Massaker von Agua Fría.
Regierungsquellen zufolge war die Ursache des Mordes ein Landdisput mit einer benachbarten Gemeinde. Kurz darauf wurden 16 Personen des benachbarten Dorfes festgenommen. Die betroffenen Personen wurden bei der Festnahme gefoltert und misshandelt. Gegen die Inhaftierten liegen nach wie vor keine stichhaltigen Beweise vor, aber das Militär nahm sie fest, um eine schnelle Reaktion auf die Morde gegenüber der Öffentlichkeit zu demonstrieren. Die Gerichtshöfe erkennen nach und nach den Mangel an Beweismaterial und haben infolgedessen sechs von ihnen bereits in den letzten Monaten freigelassen. Die Aussage der Bewohner der Region, die das Massaker einer paramilitarischen Gruppe zuschreiben, wurden bisher nicht untersucht. Der Anwalt Samuel Alfonso Castellanos Pinon und die Ehrenamtliche Beatriz Casas Arellanes, beide MitarbeiterInnen des Menschenrechtszentrums ACAT, haben die Rechtsbetreuung dieser Gefangenen im Oktober 2002 übernommen. Sie übernahmen die Verteidigung nachdem sie festgestellt hatten, dass die Gefangenen sowohl vor als auch nach der Festnahme gefoltert und missbraucht worden waren.
Jetzt haben diese Mitarbeiter von ACAT und zwei Angehörige der sozialen Organisation OIDHO (Organizaciones Indias por los Derechos Humanos en Oaxaca), Carlos Cruz Mozo und Inocencio Lopez Michel, einen Drohbrief erhalten. Dort wurde Samuel Castellanos mit mit dem Tode bedroht, falls er sich nicht von dem Fall zurückziehe. Die andere Personen wurden ebenfalls in diesem Brief bedroht. Samuel Castellanos wurde außerdem noch am selben Tag auf der Straße von, wahrscheinlich bewaffneten, Personen beobachtet und verfolgt.
ACAT zeigte diese Geschehnisse umgehend bei der Justizbehörde an. Auch die Landeskommission für Menschenrechte wurde informiert.
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
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Quelle:
Ökumenisches Büro für Frieden und Gerechtigkeit e.V./ München
Urgent Action 14.03.2003