[28.11.06]
Die Volksversammlung APPO hatte in ihrer Presseerklärung vom 26. November berichtet, dass die Großdemonstration vom 25. Oktober durchgeführt wurde, um die Stellungen der PFP friedlich mit einer Menschenkette zu umschließen. Im Verlauf dieses Protestmarsches war es zu mehrstündigen gewaltsamen Auseinandersetzungen mit den Truppen der PFP gekommen. Der Volksversammlung zufolge wurde die friedliche Demonstration von Einheiten der PFP aus angegriffen. Diese Aggressionen wurden nach Angaben des Sammlungsbeckens der Protestierenden in den vorangehenden Tagen systematisch vorbereitet. So sollen von der PFP "seit Tagen auf verschiedenen Häuserdächern im historischen Zentrum von Oaxaca Positionen eingenommen" worden sein, wobei "dies in Koordination mit verschiedenen anderen Polizeieinheiten, bezahlten Killerkommandos, Paramilitärs und Gewaltgruppen von Ulises Ruiz Ortiz" stattfand, wie die APPO erklärt. Demnach haben am 25. November "Polizisten, Meuchelmörder und Paramilitärs, die auf den Dächern postiert waren, damit begonnen, an verschiedenen Stellen Pfefferspray und Tränengas" auf die Demonstrationsteilnehmer abgefeuert, woraufhin sich die Protestierenden verteidigt hätten. Infolgedessen sei es zu einer Großoffensive der PFP gekommen, in deren Verlauf viele Demonstrierenden festgenommen wurden. "Angesichts dieser allgemeinen Offensive der Angreifenden machten die Mitglieder der APPO sowie die beteiligte Bevölkerung von ihrem legitimen Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch, um ein Massaker am Volk zu verhindern", meldet die APPO. Die Organisation der Protestierenden, die bei ihrer offiziellen Gründung am 10. November ihre basisdemokratische Grundstruktur und ihre politischen Prinzipien festgelegt hatte, betonte wiederholt, dass sie ihren "Kampf für eine soziale, politische und ökonomische Transformation, den Kampf für die Macht des Volkes" weiter verstärken werde. Nur der Fall des Tyrannen Ulises Ruiz Ortiz und der sofortige Abzug der Polizeitruppen der PFP könne demzufolge der Beginn dafür sein, dass der Frieden und die Ruhe für alle in Oaxaca wieder zurückkehren. Die APPO ruft insbesondere die mexikanische und internationale Presse wie auch Menschenrechtsorganismen zu Unterstützung auf. Es sollen Komitees und Brigaden gebildet werden, die der Bevölkerung Oaxacas dadurch beistehen, dass "die Verletzungen der grundlegenden Rechte des Volkes" aufgedeckt und öffentlich bekannt gemacht werden..
Quelle:
Presseerklärung APPO vom 26.11.
Übersetzung und Zusammenfassung: Eberhard Raithelhuber,
promovio e.V. Verein zur Förderung der indianischen Menschenrechtsbewegung in Oaxaca
www.promovio.org